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Das Chorgestühl

Die Sitzreihen des Chorgestühls waren ausschließlich den Mitgliedern des Domkapitels und der Domgeistlichkeit vorbehalten. Dieses von unterschiedlichen Künstlern um 1360/80 geschaffene Gestühl ist nur noch fragmentarisch erhalten. Seine restaurierten, aus Eiche geschnitzten Seitenwände (Wangen) sind heute schwenkbar in der Südkapelle angebracht.


Die Entstehungszeit dieses Chorgestühls umfasste vermutlich mehrere Jahrzehnte. Um 1360 begonnen, wurde dieses Gestühl in zwei Sitzblöcken mit je vier Reihen zu beiden Seiten des Chors aufgestellt. Die reich verzierten Wangen zeigten Szenen aus der Heilsgeschichte, wobei sich Ereignisse aus dem Alten und dem Neuen Testament gegenüberstanden. Erst 1823 wurde das gesamte Chorgestühl bei Restaurierungsarbeiten entfernt. Dem damaligen Dombaumeister ist es zu verdanken, dass bis heute wenigstens 9 der ursprünglich 38 Wangen erhalten blieben.


Die Reliefschnitzereien an den restaurierten Fragmenten zeigen jeweils in den Feldern übereinander angeordnet die Verkündigung und Heimsuchung, die Geburt Christi und die Anbetung der Heiligen drei Könige, Szenen aus der Jugend Christi, die Kreuzigung und die Auferstehung. Ebenfalls der Bibel entnommen sind Motive aus der Geschichte der Makabäer, zu denen auch das Wunder der „Heilung des Aussätzigen“ durch die Arztheiligen Kosmas und Damian zählt, sowie der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies.

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Chorgestühl in der Südkapelle
Chorgestühl in der Südkapelle