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Freiherr Knigge

Freiherr Knigge wurde am 16. Oktober 1752 auf Gut Bredenbeck nahe Hannover geboren. Seine Eltern starben sehr früh und hinterließen ihrem Sohn das hoch verschuldete Gut, das bald darauf in die Hände der Gläubiger fiel. Freiherr Knigge war Zeit seines Lebens gezwungen, sich und seine Familie durch seine Arbeit zu unterhalten. Nachdem er 1773 die wohlhabende Henriette von Baumbach geheiratet hatte, nahmen die Eheleute zeitweise Kinder zur Pflege an. Freiherr Knigge, der Jurisprudenz und Kameralwissenschaften in Göttingen studierte, nahm nacheinander verschiedene Dienste in ganz Deutschland an. Daneben kümmerte er sich um seine schriftstellerische Laufbahn.

Sein 1788 erschienenes Buch „Über den Umgang mit Menschen“, unmittelbar mit dem Namen Knigges noch heute verbunden, offenbart den allen seinen Werken innewohnenden Geist der Aufklärung und des Strebens nach politischer Freiheit. Dies brachte Knigge den Ruf ein, ein unbequemer Revolutionär in der spätabsolutistischen Welt zu sein. Im September 1790 wurde Freiherr Knigge Hannoveraner Oberhauptmann in Bremen. Das Herzogtum Bremen war zu der Zeit dem Kurfürsten von Hannover unterstellt, und somit gehörte Bremen zur großbritannischen Monarchie. Zu seinen Tätigkeiten in Bremen gehörte auch die Aufsicht über die Domkirche und die angeschlossene Domschule. Knigge nahm seine Pflichten sehr ernst und kümmerte sich darüber hinaus besonders um die Witwen und Waisen in der Kirchengemeinde. Zudem war er an der Eröffnung des ersten Bremer Theaters im Jahre 1792 beteiligt.

Sein politisches Engagement riss auch in Bremen nicht ab. Noch im selben Jahr musste Freiherr Knigge gegen den Hannoveraner Leibarzt Johann Heinrich Zimmermann klagen, der ihn der Mittäterschaft an der Verbreitung des Geistes der Französischen Revolution in Deutschland bezichtigte. Durch die immerwährenden Anschuldigungen geschwächt und zudem schwer nierenkrank, verstarb Adolph Freiherr Knigge am 6. Mai 1796 in Bremen, wo er im Dom beigesetzt wurde. Seine Frau und Tochter verließen erst zwei Jahre später die Stadt, da seine Tochter Philippine im Dom bei dem Grab ihres Vaters getraut werden wollte.

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Freiherr von Knigge
Freiherr Knigge