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Die Glocken

Der St. Petri Dom besitzt z.Zt. vier Glocken, davon hängen drei im Nord- und eine im Südturm. Von den im Mittelalter vorhandenen mindestens acht Glocken konnte nur eine alte Glocke, die "Maria gloriosa" von 1433 über die Jahrhunderte gerettet werden. Diese Glocke ist ein Werk des bekannten norddeutschen Glockengießers Ghert Klinghe. Sie trägt die Inschrift:
"Cum Structuarius Meynardus no(m)i(n)e
dictus hic opus ecc(lesia)e respexit,
tractus amore Petri clavigeri vas fecit hoc fieri"

( Als der Bauherr Meinard – so lautet sein Name –
hier den Kirchenbau beaufsichtigte, hat er aus Liebe zum Schlüsselträger Petrus dieses Gefäß herstellen lassen.)


Unter der lateinischen Glockeninschrift folgt eine gereimte mittelniederdeutsche:
„Anno domini MCCCCXXXIII.
Meister Ghert Klinghe de mi geghoten hat.
Ghot gheve siner Sele Rat
in de Ere sunte Peters Kosme unde Damian
Ghot late se lange to eren Loew ghan
Jhesus pc (ave) Maria Gloriosa.”
(Im Jahre des Herrn 1433.
Meister Ghert Klinghe, der mich gegossen hat,
Gott gebe seiner Seele Rat,
zu Ehren von St. Peter, Cosmas und Damian,
Gott lasse sie lange zu ihrem Lobe gehen.
Jesus pc~ (?) Maria.)


Auf dem Glockenrand sind die biblischen Szenen "Verkündigung an Maria" und die Kreuzigung mit Maria und Johannes sowie die Heiligen Cosmas und Damian, Maria Magdalena und Petrus dargestellt. Die nach dem Einsturz des südlichen Domturms 1638 zerstörten übrigen Glocken wurden im Laufe der Jahrhunderte zum Teil ersetzt, mussten aber sowohl im 1. wie im 2. Weltkrieg als Metallspenden abgeliefert werden. So besaß der Dom 1945 als einzige Glocke die alte Maria gloriosa.


Doch bereits 1951 kam es durch die Spende eines nach USA ausgewanderten Bremers zur Neuanschaffung zweier Glocken für den Nordturm, der "Hansa" und der "Felicitas". Ihre Inschriften waren nach den Schrecken des Krieges mit Bedacht gewählt. Bei der "Hansa": "Verbum Domini manet in aeternum -- Anno Domini MCMLI" (Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit - Anno Domini 1951). Bei der "Felicitas": "Dona pacem Domine diebus nostris - Anno Domini MCMLI" (Verleih uns Frieden, Herr, zu unserer Zeit – Anno Domini 1951). 1962 wurde von einer Bremer Kaufmannsfamilie durch eine großzügige Spende ein Neuguss der früher vorhandenen Glocke "Brema" ermöglicht, mit deren Erklingen vom Südturm herab der vielen Toten gedacht werden sollte, die in aller Welt und auch in dieser Familie durch den 2. Weltkrieg zu beklagen waren.

Diese Glocke trägt die Inschrift:
„Brema
in Krieg und Not verloren
neu erstanden Ostern 1962
Die Toten zu ehren
die Lebenden zu mahnen.
Sei getreu bis an den Tod
so will ich dir die Krone des Lebens geben”.
        

die Glocke „Maria gloriosa”
die Glocke „Maria gloriosa”