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Die Kunstgeschichte

Der Bremer St. Petri Dom liegt als ein markanter Punkt im Stadtgefüge auf der höchsten Erhebung eines einstigen Dünenzuges rechts der Weser. Seit über 1200 Jahren erhebt sich an dieser Stelle ein kirchliches Bauwerk, von 789 bis 1648 als Metropolitan-, seither als Gemeindekirche. Das bestehende Bauwerk wurde in der Mitte des 11. Jh. als dreischiffige Kirche mit zwei Hallenkrypten begonnen, wahrscheinlich zu Anfang des 12. Jh. als frühromanische Pfeilerbasilika mit flacher Holzdecke (?) fertiggestellt, im 13. Jh. im frühgotischen Stil eingewölbt, im 14. Jh. mit seitlichen Kapellen versehen und im frühen 16. Jh. auf der Nordseite in eine spätgotische Hallenkirche mit wunderbarem Netzgewölbe umgestaltet. Die endgültige Fertigstellung des Gesamtbauwerks als Hallenkirche kam jedoch nicht mehr zustande; dies hing mit der jahrzehntelangen Schließung des Domes (1532–1547 sowie 1561–1638) aus religiösen und politischen Gründen zusammen.

1638, also mitten im 30-jährigen Krieg, wieder geöffnet, erhielt die Kirche im Laufe der nächsten Jahrhunderte ihr heutiges Gesicht: Es erfolgten der Einbau einer Kanzel in frühbarocken Formen, die Ausstattung der Pfeiler und Wände mit zahlreichen Renaissance- und Barock-Epitaphen von Domgeistlichen und Bremer Bürgern, im 19. Jh. schließlich die Neugestaltung der Fassade mit Wiederaufbau des im Jahre 1638 eingestürzten Südturmes und Errichtung eines zusätzlichen Vierungsturmes. Das Innere wurde der damaligen Gepflogenheit entsprechend unter Einbeziehung neobyzantinischer Stilelemente in kräftigen Farben mit reichem Rankenwerk ausgemalt.

Die bislang letzte große Renovierung in den 70er Jahren des 20. Jh. sicherte das Bauwerk und befreite es von letzten Kriegsschäden, frischte die Malerei auf und förderte bei einer archäologischen Grabung in den mittelalterlichen Bischofsgräbern beachtliche Funde zutage (Dom-Museum). Damit öffnet sich dem Besucher an einem für viele unvermuteten Ort im Norden Deutschlands eine reich ausgestattete Domkirche mit zwei Hallenkrypten nach den großen Vorbildern mittelalterlicher Kathedralen des 11./12. Jh., mit einem reich verzierten Bronzetaufbecken eines vermutlich norddeutschen Künstlers aus dem 13. und Resten des einstigen Chorgestühls nach dem Magdeburger Vorbild aus dem 14. Jh., mit plastischem Schmuck des 15./16. Jh. westfälischer Herkunft und insgesamt über 90 Grabdenkmälern bremisch-norddeutscher Künstler des 12. bis 19. Jh. Auch das 20. Jh. hat zur Ausschmückung der Kirche beigetragen: Farbige Glasfenster der späten 40er bis 60er Jahre, neugestaltete Altäre der 70er und 90er Jahre, ein Chorgitter, Bronzekruzifix und Kunstverglasungen der 70er Jahre, nicht zu vergessen die fünf Orgeln dieser Kirche aus dem 19./20. Jh.

Das Gewölbe im Mittelschiff
Das Gewölbe im Mittelschiff