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Die Baugeschichte

Der 787 in Worms von Karl dem Großen zum ersten Bischof in Sachsen mit Sitz in Bremen geweihte Angelsachse Willehad, errichtete  789 auf der Domdüne ein erstes hölzernes Kirchlein, das schon vor 805 vollständig zerstört  und durch einen ersten steinernen Bau ersetzt wurde. Bischof Ansgar, "Der Apostel des Nordens", weihte um 860 eine vorromanische Saalkirche ostfränkischen Typs, mit Altarhaus und Atrium. 1041 zerstörte ein Großbrand diesen Bau und sofort begann der Wiederaufbau in  Maß und  Vorbild des alten Kölner Doms und in der Ausschmückung ähnlich dem  Dom zu Benevent: eine dreischiffige, flachgedeckte Pfeilerbasilika mit zwei Krypten, über denen sich zwei Chöre erheben. 1068 bzw. 1200 wurden die West- und die Ostkrypta geweiht.

Die Einwölbung des Doms begann um 1250, gleichzeitig wurde mit der Errichtung des zweitürmigen Westwerks begonnen. Um 1500 erfolgte die Umwandlung des romanischen zu einem gotischen Nordschiff mit einem filigranen Netzgewölbe. Weitere Umbauten verhinderten die Umbrüche durch die Reformation und des Dreißigjährigen Krieges. Nach einer fast siebzigjährigen Schließung und dem entsprechenden Verfall der Domkirche (der Südturm mit acht Glocken darin stürzte 1638 ein) wurde das Gebäude von bekennenden Lutheranern geöffnet und für den Gottesdienst hergerichtet. Eine erste große Domrestaurierung mit Neukonstruktionen ( z.B. der Vierungsturm) und der völligen Ausmalung nach byzantinischem Vorbild  erfolgte in den Jahren 1888 bis 1901.

1945 schlug eine Bombe in den nördlichen Teil des Nordschiffs ein und verursachte erhebliche Schäden. 30% des Gebäudes und seiner Ausstattung wurden zerstört, unter anderem sämtliche Glasfenster. Nach dem Abschluss der Wiederaufbauarbeiten 1951, beschloss die Domgemeinde in den 1960-iger Jahren eine zweite umfängliche Restaurierung durchzuführen, in der von 1973 bis 1985 grundlegende Sanierungsarbeiten realisiert, aber auch  durch Rückbauten und historische Korrekturen denkmalpflegerischen Aspekten Rechnung getragen wurde.

Sensationelle Funde von europäischem Rang (insbesondere aus den Bereichen Textil und Schmuck) kamen bei archäologischen Ausgrabungen zu Tage. Ein großer Teil ist heute im 1987 eröffneten Dom-Museum ausgestellt.

  Zusammenfassung

  789 Bau einer hölzernen Domkirche

  794 Zerstörung des Doms durch die Sachsen

  805 Ein Steindom wird an gleicher Stelle erbaut (Willerich)

  860 Der Dom besteht wahrscheinlich schon als
          dreischiffige Hallenkirche

1041 Ein Brand zerstört den Dom völlig. Bezelin beschließt
          sofortigen Wiederaufbau

1043 Adalbert setzt Dombau übereifrig fort.
          Baumaterial liefert die Stadtbefestigung

1066 Weihe des Westkrypta

1219-1258 Einwölbung des Doms (Gerhard II).
          Die Türme nehmen Gestalt an

1346 Nordturm wird aufgestockt und bekommt gotischen „Helm“

1497-1511 Umbau des Doms zu einer
          hochgotischen Hallenkirche

ca. 1500 Dem Südschiff werden Seitenkapellen angegliedert

1502-1522 Bau des neuen Nordschiffs
      
1522 Beginn der Reformation. Arbeiten können
          nach Fertigstellung des Nordschiffs nicht
          mehr fortgeführt werden. Verwahrlosung
          des Doms setzt ein

1561-1638  Periode des Verfalls. Dom bleibt geschlossen
          
1638  Einsturz des Südturms. Dom bleibt für
           77 Jahre geschlossen

1656 Der Nordturm wird vom Blitz getroffen und brennt,
          ebenso wie das Dach des Mittelschiffs, ab.
          
1767 Nordturm bekommt ein Kupferblechdach - welsche Haube.

1802 Der Dom kommt an Bremen
          
1888 Beginn der Restaurierung des ruinenhaften Doms

1889 Grundsteinlegung für den neuen Südturm

1893 Fertigstellung beider Türme
          
1901 Erste große Domrestaurierung ist abgeschlossen

1943 Bei einem Luftangriff wird der Dom von Brandbomben
          getroffen, Fenster des Südschiffs gehen zu Bruch

1944 Erneute Bombentreffer

1945 Sprengbombe schlägt im Nordschiff ein

1946 Dachgestühl des Nordschiffs ist wiederhergestellt

1950 Aufbau der zerstörten Gewölbe

1972-1981 Zweite Domrestaurierung. Archäologische
         Grabungen fördern bedeutende Funde zutage,
         die heute im Dom-Museum zu sehen sind.

Die Westfront um 1500
Die Westfront um 1500
Der St. Petri Dom vor 1638
Der St. Petri Dom vor 1638
Die Westfront nach der Zerstörung 1656
Die Westfront nach der Zerstörung 1656