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Historie
 Das Bauwerk 

Die Bau- und Kunstgeschichte

Der Bremer St. Petri Dom liegt als ein markanter Punkt im Stadtgefüge auf der höchsten Erhebung eines einstigen Dünenzuges rechts der Weser. Seit über 1200 Jahren erhebt sich an dieser Stelle ein kirchliches Bauwerk, von 789 bis 1648 als Metropolitan-, seither als Gemeindekirche.

Romanischer Anfang mit gotischen Umbauten

Der 787 in Worms von Karl dem Großen zum ersten Bischof in Sachsen mit Sitz in Bremen geweihte Angelsachse Willehad, errichtete  789 auf der Domdüne ein erstes Kirchlein, das schon vor 805 vollständig zerstört  und durch einen Nachfolgebau ersetzt wurde. Bischof Ansgar, „Der Apostel des Nordens“, weihte um 860 eine vorromanische Saalkirche ostfränkischen Typs, vermutlich mit Altarhaus und Atrium. 1041 zerstörte ein Großbrand diesen Bau und sofort begann der Wiederaufbau in Maß und Vorbild des alten Kölner Doms und in der Ausschmückung ähnlich dem  Dom zu Benevent: eine dreischiffige, flachgedeckte Pfeilerbasilika im romanischen Stil mit zwei Krypten, über denen sich zwei Chöre erheben.

Die Einwölbung des Doms begann um 1250, gleichzeitig wurde mit der Errichtung des zweitürmigen Westwerks begonnen. Im 14. Jh. wurde der Bau mit seitlichen Kapellen im frühgotischen versehen, die im frühen 16. Jh. auf der Nordseite in eine spätgotische Hallenkirche mit wunderbarem Netzgewölbe umgestaltet wurden. Weitere Umbauten verhinderten die Umbrüche durch die Reformation und des Dreißigjährigen Krieges, dies hing mit der jahrzehntelangen Schließung des Domes (1532–1547 sowie 1561–1638) aus religiösen und politischen Gründen zusammen.

Von der Kathedral- zur lutherischen Gemeindekirche

Nach dieser langen Schließung und dem entsprechenden Verfall der Domkirche (der Südturm mit acht Glocken darin stürzte 1638 ein) wurde das Gebäude von bekennenden Lutheranern geöffnet und für den Gottesdienst hergerichtet. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte erhielt die Kirche ihr heutiges Gesicht: Es erfolgten der Einbau einer Kanzel in frühbarocken Formen, die Ausstattung der Pfeiler und Wände mit zahlreichen Renaissance- und Barock-Epitaphen von Domgeistlichen und Bremer Bürgern.

Bauliche Veränderungen im 19. Und 20. Jahrhundert

Eine erste große Domrestaurierung mit Neukonstruktionen (z.B. der Vierungsturm)  erfolgte in den Jahren 1888 bis 1901. Das Innere wurde der damaligen Gepflogenheit entsprechend unter Einbeziehung neobyzantinischer Stilelemente in kräftigen Farben mit reichem Rankenwerk ausgemalt.
1945 schlug eine Bombe in den nördlichen Teil des Nordschiffs ein und verursachte erhebliche Schäden. 30% des Gebäudes und seiner Ausstattung wurden zerstört, unter anderem sämtliche Glasfenster. Nach dem Abschluss der Wiederaufbauarbeiten 1951, beschloss die Domgemeinde in den 1960-iger Jahren eine zweite umfängliche Restaurierung durchzuführen. Diese bislang letzte große Renovierung in den 1970er Jahren sicherte das Bauwerk und befreite es von letzten Kriegsschäden, frischte die Malerei auf und förderte bei einer archäologischen Grabung in den mittelalterlichen Bischofsgräbern beachtliche Funde zutage, die heute im Dom-Museum zu sehen sind.

Damit öffnet sich dem Besucher an einem für viele unvermuteten Ort im Norden Deutschlands eine reich ausgestattete Domkirche mit zwei Hallenkrypten nach den großen Vorbildern mittelalterlicher Kathedralen des 11./12. Jh., mit einem reich verzierten Bronzetaufbecken eines vermutlich norddeutschen Künstlers aus dem 13. Jh. und Resten des einstigen Chorgestühls nach dem Magdeburger Vorbild aus dem 14. Jh., mit plastischem Schmuck des 15./16. Jh. westfälischer Herkunft und insgesamt über 90 Grabdenkmälern bremisch-norddeutscher Künstler des 12. bis 19. Jh. Auch das 20. Jh. hat zur Ausschmückung der Kirche beigetragen: Farbige Glasfenster der späten 40er bis 60er Jahre, neugestaltete Altäre der 70er und 90er Jahre, ein Chorgitter, Bronzekruzifix und Kunstverglasungen der 70er Jahre, nicht zu vergessen die fünf Orgeln dieser Kirche aus dem 19./20. Jh.